Für viele Männer klingt es nach einer verlockenden Tätigkeit: Sex vor der Kamera zu haben. Nicht nur der eigenen exhibitionistischen Neigungen wegen, sondern langfristig auch mit dem Gedanken des Geldverdienens im Hinterkopf. Männliche Pornodarsteller werden schließlich immer ebenso benötigt wie das weibliche Pendant. Doch der Weg dahin ist steinig.

Die grundsätzlichen Dinge

Dabei wollen wir zunächst auf das größte Problem eingehen: Stehvermögen. Es ist eine Sache, im ganz privaten Bereich auch über Stunden eine Erektion zu behalten. Eine ganz andere ist es jedoch, diese auch noch zu präsentieren, wenn nicht nur ein Unbeteiligter mit der Kamera dabei ist, sondern bei professionelleren Produktionen sogar ganze Filmteams.

Gut, natürlich gibt es Viagra. Das entkoppelt die Erektion von allem anderen. Aber das ist in Deutschland (nicht ganz zu Unrecht) rezeptpflichtig und man bekommt es nur, wenn man es medizinisch benötigt. Tatsächlich ist das Stehvermögen deshalb das, um was man sich als erstes Gedanken machen muss – noch lange vor etwas anderem:

Das Aussehen. Schaut man sich professionelle Produktionen an, dann sind die männlichen Darsteller durch die Bank weg durchtrainiert (Fetisch-Nischen einmal außen vor) und haben teils enorm große Penisse. Ersteres ist eine Basis, die man ebenfalls anstreben sollte – auch wenn selbst im absoluten Amateurporno-Bereich die Frau hauptsächlich im Fokus der Kamera liegt. Beim Thema Penis sieht es indes so aus, dass es tatsächlich, vor allem außerhalb der amerikanischen Szene, ausreicht, einen normalgroßen Schwanz zu haben. Sämtlichen Produzenten ist ein Penis, der erigiert im „Normalmaß“ liegt, dafür aber pornotauglich hart bleibt, wesentlich wichtiger als ein „XL-Rohr“, das dauernd Härteprobleme am Set hat.

Allerdings: Wichtig ist es auch, die totale Kontrolle über seinen Höhepunkt zu haben. Natürlich vor allem, um nicht unkontrolliert zu früh zu kommen. Doch auch, weil, zumindest in wirklich orchestrierten Produktionen der „Cumshot“ vom Regisseur vorgegeben wird. Auf gut Deutsch: Man(n) muss auf Kommando abspritzen können. Das kann man jedoch trainieren, was uns gleich zum nächsten Schritt bringt:

1. Kamera mitlaufen lassen

Die wohl einfachste Methode, um überhaupt herauszufinden, ob im einem das Zeug zum Pornodarsteller steckt, ist wohl, einfach die Kamera mitlaufen zu lassen. Bei ganz normalem, privaten Sex. Das geht schon mit dem Smartphone und braucht nur etwas, auf das man das Handy so stellen kann, dass es die Szenerie gut im Blick hat.

Doch schon hier ist mehreres wichtig:

  • 1. Der Bettgenosse muss sich absolut im Klaren darüber sein, dass auch er beim Sex gefilmt wird. Heimlich beim Sex mitfilmen ist auch dann strafbar, wenn man die Videos nicht ins Netz stellt.
  • 2. Das ist nur ein Testlauf, Porno-typische Stellungswechsel sind nicht erforderlich. Es geht nur darum, herauszufinden, a) ob man überhaupt vor der Kamera Sex haben kann und b) hinterher zu schauen, wie man dabei wirkt

Falls das mehrmals gut läuft, kann man einen Vertrauten hinzuziehen. Nicht nur, damit dieser die Kamera bedient und so eine „Set-Umgebung“ simuliert. Nein, auch damit man selbst eine Idee davon bekommt, Sex zu haben, während andere, die nicht mitmachen, zuschauen.

2. Sextreffen plus X

Wenn das private Filmen gute Ergebnisse hervorgebracht hat, kann man zum nächsten Schritt übergehen. Dabei macht man es sich zunutze, dass es Anbieter gibt, die frivole Sextreffen von privat offerieren. Dabei hat man schon alles, auf was es für einen Pornodarsteller ankommt:

  • Man hat Sex mit einer zuvor völlig Unbekannten
  • Es befindet sich mindestens eine unbeteiligte Person mit der Kamera dabei
  • Man bekommt gewisse Regieanweisungen bzw. muss sich in Sachen Stellungen an einen Drehplan halten
  • Die Videos werden veröffentlicht

Ja, das ist schon ein großer Schritt. Aber der Vorteil ist hier, dass alles noch in einem relativ intimen Rahmen stattfindet, der es einem erlaubt, sein Können selbst zu testen. Schwieriger wird der nächste Schritt:

3. Castings & Gang-Bangs

Die große Pornowelt sucht immer Darsteller-Nachschub. Und wenn man dabei besteht, erhöht man seine Chancen, zu einem echten Pornodarsteller zu werden, ganz enorm. Dabei gibt es zwei Optionen, welche man beide gehen sollte, denn sie bringen einem die nötige „Sex-Routine“.

  • 1. Die Castings, die von Pornostudios bzw. externen Castingfirmen angeboten werden. Man bewirbt sich, wird in ein Filmstudio eingeladen, wo man dann unter Realbedingungen Sex auf Anweisung mit mindestens einer Partnerin haben wird. Bei Erfolg wird man dann direkt in eine Darstellerkartei eingetragen und darf auf Buchungen hoffen
  • 2. Gang-Bang-Filme, wie sie von einschlägigen Produktionsfirmen hergestellt werden. Hier wird zwar nicht gecastet, aber tendenziell ist die Sache dennoch schwerer: Man muss im Rahmen eines echten Pornodrehs und in Anwesenheit teils dutzender anderer Darsteller Gruppensex haben können – und zwar nicht nur Routinesex. Bei solchen Produktionen geht es oft sehr heftig (Anal, Double-Penetration usw.) zu.

Wer von beiden Varianten wenigstens je eine mitgemacht hat, der hat schon einen sehr präzisen Einblick gewonnen, wie es in der Pornowelt zugeht. Und vor allem weiß er dann ziemlich genau, was er selbst davon zu halten hat, wie er sich selbst dabei fühlt usw. Ja, das zerstört zwar manchmal (eigentlich sogar recht häufig) Illusionen, aber ist der präziseste Filter, den man finden kann.

4. Weitervögeln

Bestandene Castings garantieren einem längst noch nicht, dass schon eine Woche später das Telefon klingelt und man zu einem Pornodreh nach Ibiza jetten darf. Aus dem Grund sollte man nun echte Routinearbeit leisten. Das bedeutet, man macht sich selbst zum Internet-Pornodarsteller – das kann einem nicht nur einige Euros und sehr viel Routine bringen, sondern taugt vor allem bei künftigen Castings auch als ausdrucksstarke Visitenkarte.

Das geht folgendermaßen: Man meldet sich auf einer Community an. Der Netzporno-Gigant Pornhub bietet eine solche ebenso an, wie eine Menge anderer Seiten. Letzten Endes ist das nichts anderes als Social Networking mit Pornos. Man erstellt einen Account, dreht Videos, lädt in regelmäßigen Abständen welche hoch, involviert vielleicht sogar Zuschauer und schafft sich so einen Ruf als Darsteller. Tatsächlich ist das heute für viele Darsteller beiderlei Geschlechts das Haupt-Standbein.

Viele ziehen es sogar vor, eine reine Internet-Porno-Prominenz zu sein, anstatt in der Masse der normalen Filmdarsteller unterzugehen.